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Die Gemeinde Riegersberg
 
Die ehemals selbstständigen Gemeinden Reinberg und Riegersbach wurden am 1. Jänner 1967 zusammengelegt, aus diesen nunmehr zwei Katastralgemeinden setzt sich die Gemeinde Riegersberg, ein künstlich gebildeter Name, zusammen.
 
Frühe Besiedlung
Funde aus der Umgebung der Gemeinde lassen darauf schließen, daß zumindest eine Begehung bereits in der Jungsteinzeit erfolgte.
 
Reinberg (Dorf und KG)
In der Katastralgemeinde Reinberg liegen - außer dem Dorf Reinberg - die Rotten (kleine Siedlungen) Bühl, Goldsberg, Haidbauer, Hofer und Kottingdorf, Lafnitzmühle Mayerhof, Pferschy, Tamp, Winkl und Lehen. Anläßlich der Gründung des Stiftes Vorau bestanden diese Siedlungen noch nicht, das Land wurde jedoch dem Stift übergeben.
Eine Besiedelung erfolgte im 13. Jahrhundert - damals entstanden mehrere Waldhufenanlagen. Diese Flurform zeichnet sich durch eine regelmäßigen Grundstreifen aus, der in einer Breite von 100 bis 400 Metern quer über ein Tal verläuft.
Das Dorf Reinberg selbst entstand als Haufendorf unter einer Burg, die am Rand der Hochterasse zwischen Zusammenfluß der Lafnitz und Voraubach im letzten Drittel des 12. Jahrhunderts angelegt wurde. Als deren Gründer sind die Stubenberger anzusehen, denen das gesamte Gebiet damals gehörte.
" Als "Ruomberch" scheint der Wehrbau in einer Stubenberger Urkunde auch 1217 erstmals auf. Auf der Burg saßen in der Folge Stubenberger Ritter, deren Verhältnis zum Stift Vorau nicht immer ungetrübt war. Zu Ende des 12. Jahrhunderts hatte das Stift Vorau fast seinen gesamten grenznahen Besitz einschließlich der heutigen Katastralgemeinde Reinberg zu Zwecken der Grenzbefestigung abtreten müssen.
 
In diesem Grenzbereich wurde nun eine stattliche Anzahl von Burgen und Rittersitzen errichtet, die das Land gegen die Ungarn zu schützen hatten. Außer Reinberg entstanden damals die Burgen Friedberg, Bärnegg, Deutschenschachen, Rauchenschachen, Ehrenschachen, Thalberg und Festenburg, sowie eine Reihe kleinerer Rittersitze.
Der westlichste Teil dieses ehemaligen Vorauer Stiftungsgutes gelangte in Stubenberger Besitz, darunter auch das Land um Reinberg. Die Burg ist deshalb als Stubenberger Gründung anzusehen. Als Wulfing von Stubenberg vor seinem Aufbruch zum Kreuzzug etwas im Juni 1217 seine Lehen zu Arzberg bei Passail dem Stift Göß verpfändete und für den Fall seines Todes auf diesem Kreuzzug als Seelgerät vermachte, wurde dies von Wulfing von Reinberg und seinem Bruder Wolfher bezeugt.
Dieser Wolfher von Reinberg ist auch im Juli 1218 im Kreuzzugsheer Herzog Leopolds VI. gemeinsam mit Ulrich von Stubenberg bezeugt, sie belagerten damals Damette in Palästina. Heinrich von Reinberg schenkte 1252 als Gutmachung eine Hube in Reinberg (Nr. 11, vulgo Binder) dem Stift. In der Folge kam Reinberg an die Krumbacher, dann erwarb Ulrich von Pergau die Burg. 1366 wurde Reinberg an die Stadecker verkauft, die es mit Burggrafen besetzten. 1390 wird die "capellen vor dem haws, do sand Niclas inne rastet" genannt.
 
Im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts kamen Burg und Herrschaft mit etwa 35 Untertanen schließlich an die Herrschaft Thalberg. Im Thalberger Urbar von 1557 liegen sie außerhalb der heutigen Katastralgemeinde Reinberg in den Katastralgemeinden Auerbach , Lebing, Vornholz, Schachen, Puchegg, Gräflerviertel und in der Katastralgemeinde Reinberg selbst.
Der Meierhof der Burg Reinberg befand sich, so legt es der Flurname Meierhoffeld und der Vulgoname Meierhofloisl nahe, beim Haus Nr. 38, wahrscheinlich an Stelle des hier einzeln stehenden vulgo Stiftbichler, Nr. 39, 40. Die zum Meierhof gehörenden Gründe, die nach dem Untergang der Burg wohl an die Bauern aufgeteilt worden waren, erstreckten sich zwischen Stiftbichler und Meierhofloisl, das Restgut aber ist der Stiftbichler mit der Einödflur.
Die Burgstelle selber, wo heute noch die Kirche an die alte Schloßkapelle erinnert, gehörte in der Folge zum Gemeinbesitz der Reinberger Bauern.Weil die Streuhöfe außerhalb Reinberg, mit Ausnahme jener in Auerbach, spätere Erwerbungen der auf Reinberg sitzenden Rittergeschlechter waren, dürfte die heutige Katastralgemeinde Reinberg mit dem Besitz in Auerbach ursprünglich der einzige zur Burg gehörige Besitz gewesen sein.
Lediglich das Stift Vorau hatte hier fünf Bauern, die ihm untertänig waren. Das Dorf Reinberg selbst, mit Gewannflur knapp an die Burg gereiht, umfaßte noch 1822 sechs Bauern. Sie hatten das Gemeinderecht recht inne, und ihnen gehörte gemeinsam die Allmende. Der Text des Banntaidings, es wurde alljährlich abgehalten, ist nicht erhalten.
Die Anlage der Waldhufen von Kottingdorf erfolgte noch in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, die Anlage der übrigens Streuhöfe im Laufe des 13. Jahrhunderts. Reinberg war von 1850 bis 1967 eigenständige Ortsgemeinde, seither ist die KG Teil der Gemeinde Riegersberg.
 
Riegersbach (KG)
Auch der Boden von Riegersbach zählte bei der Gründung des Stiftes Vorau (1163) zu dessen Ausstattungsgut., doch ebenso wie in Reinberg erfolgte die Rodung erst im Laufe des 13. Jahrhunderts. Auch hier entstanden zahlreiche Waldhufenanlagen, das ganze Gebiet bildete ein eigenes Amt der Grundherrschaft Vorau. Sogar ein Meierhof bestand hier, es ist der vulgo Moihof. Die Waldhufensiedlung Riegersbach wurde nach ihrem Gründer, Propst Rudiger, benannt, sie wurde später mit der Hofgruppe Weissenbach und anderen Einzelhöfen in der KG Riegersbach zusammengefaßt.
Der Propst wird von 1237 bis 1240 in Vorau urkundlich genannt. Es wird vermutet, daß er von auswärts eigens für diese Aufgabe geholt wurde. Während des Mittelalters hatten die Höfe an das Stift zu Georgi und Michaeli Geldzinse zu leisten, weiters Käse, Eier und Hühner. Das Amt mußte zusätzlich 51 Faschingshühner, 52 Graspfennige, 70 Fischpfennige und 54 Taidingpfennige abliefern.

 
  Daneben waren die Bauern zur Fronarbeit verpflichtet, so zu sechs Weinfuhren, dreimal im Jahr zu 13 Pflügen, 13 Wiesenfuhren, 13 Sagblochfuhren, zehn Mistbreiter und 50 Mahder. Außerdem waren 16 Wiesenlämmer abzuliefern, Kraut und Zinsholz zu führen und Zäune zu machen. Die Wiesenfuhren bestanden aus dem Holen des Heus von der Wiese in Mönichwald, die zum Sägen bestimmten Bäume mußten zur Säge geführt werden.
Um 1750 hatte das Amt Riegersbach an das Stift Vorau 36 Schafe abzugeben, weiters 17 Lämmer, 67 Hennen und 4370 Eier. Die Fuhrrobot betrug 47 Tage mit einem Paar Ochsen, 245 Tage mit zwei Paar Ochsen und 21 Tage mit drei Paar Ochsen. An Handrobot mit Kost waren je Hof 20 Tage, zusammen also 1080 Tage zu leisten. 1850, nach Aufhebung der grundherrschaftlichen Untertänigkeit, wurde auch Riegersbach selbständige Ortsgemeinde. Im Jahre 1967 erfolgte die Gemeindezusammenlegung, seither ist Riegersbach Katastralgemeinde der Gemeinde Riegersberg.
Gemeindeamt Riegersberg
Tel.: 03337/4140 Email: gde@riegersberg.steiermark.at   designed by